5 GRÜNDE,
WARUM WIR FUSSBALL LIEBEN

5 GRÜNDE, WARUM WIR FUSSBALL LIEBEN

EIN SPIEL DAUERT 90 MINUTEN UND UNS MÄNNERN BEDEUTET DAS ALLES

Anpfiff. Action. Anfeuern. Mitfiebern. Laola-Welle. Schwalbe! Schiri-Ausschimpfen. Trotzdem: Freistoß. Fußball-Gott sei Dank daneben. Dann: endlich das erste Tor. Großer Jubel. Wir feiern unsere Mannschaft. Jetzt nur nicht einlullen lassen. Wachsam bleiben. Ein Tor reicht nie. Endlich das 2. Tor für unsere Mannschaft. Kurz darauf der Anschlusstreffer der Gegner. Unsere Burschen schaffen es, den Vorsprung zu halten. Endlich der erlösende Abpfiff. Und jetzt: Feiern!

Wir l(i)eben sie: die Faszination Fußball.

Fußball ist weltweit der Sport mit den meisten Fans, den meisten Begeisterten und Fanatikern. Fußball verbindet Generationen, Menschen, unterschiedliche Gesellschaftsschichten und bewegt Millionen. Nirgendwo sonst liegen sich ein Müllmann und ein Herzchirurg in den Armen und feiern gemeinsam. Das gibt es nur beim Fußball. Fußball ist international. Eine Sprache, die jeder weltweit versteht. Es geht um Taktik, Teamgeist, Fairness, um Leistung, Ehrgeiz, Tränen, Schweiß und manchmal auch Blut. Es geht um den Erfolg oder Misserfolg ganzer Regionen oder gar Nationen. Oder einfach nur darum mit seinen Freunden beim Fußballschauen gemütlich ein Bierchen zu trinken.

Aber wieso schafft es eine Sportart – bei der 22 Männer im knappen Outfit einem Ball hinterherlaufen – so extrem viele Menschen und vor allem uns Männer in ihren Bann zu ziehen? Wir haben fünf gute Gründe dafür:

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1. BEIM FUSSBALL DÜRFEN WIR GEFÜHLE ZEIGEN

Hemmungslos weinen. Ausflippen und tanzen vor Freude. Laut singend mit Schals und Fahnen bunt bekleidet durch die Straßen ziehen. Andere, wildfremde Männer umarmen. Das alles ist beim Fußball erlaubt. Und (nur) da dürfen wir Männer das auch. Maximal geht das noch zu Fasching – aber den gibt’s ja bekanntlich nur einmal im Jahr. Sonst wird von uns Männern erwartet, dass wir funktionieren und Emotionen maximal im Beruf oder in der Familie zeigen. Wenn man als Mann im Kino eine Träne verdrückt, gilt man als Softie, Heulsuse und wird belächelt, verspottet, ausgelacht.

Anders beim Fußball: Nach einem geplatzten Champions-League Traum oder verlorenem EM-Finale zu weinen ist in Ordnung. Aufmunternde Worte und beruhigende Schulterklopfer der Freunde und Fans anstatt allgemeiner Belustigung sind die Folge. Im Stadium oder beim gemeinsamen Fußballschauen daheim, oder in einer Sportbar sind Emotionen erlaubt, die sonst ein Tabu sind.

Kurzum: Wir sind beim Fußball so, wie sich es viele Frauen in ihren Beziehungen wünschen. Dazu kommt: Wir Männer bleiben unseren Fußballvereinen oft über Jahrzehnte treu. Das schaffen viele von uns in ihren Beziehungen leider nicht immer.

 

2. BEIM FUSSBALL GIBT ES WENIGE ABER EINFACHE REGELN

Steuererklärung. Kindererziehung. Beruf. Altersvorsorge. Das Leben kann manchmal schon verdammt hart und schwierig zu überblicken sein. Anders beim Fußball. Die Regeln beim Fußball sind einfach und klar definiert. Abseits ist da schon das Komplizierteste. Und ein schwarz gekleideter Mann hat auf dem Spielfeld das Sagen. Ohne Wenn und Aber. Das Positive daran: Die einfachen Regeln schaffen zumindest direkt auf dem Fußballplatz Transparenz. Und so kann jeder Experte sein. Beim Bier in der Kneipe kommt man schnell mit

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anderen Experten ins Gespräch und kann fachsimpeln. Durch die Einfachheit der Regeln und des Sports an sich braucht es nicht viel, um Fußball selbst zu spielen. Ein Ball. Zwei Gegenstände, um das Tor zu markieren. Das war's. Spielen kann man drinnen, draußen, allein, zu zweit, zu dritt oder mit zwei Mannschaften. Wer zum Ende der Spielzeit, oder wenn Mama zum Abendessen ruft, am meisten Tore geschossen hat, hat gewonnen. So einfach ist Fußball.

American Football, Eishockey, Basketball oder Baseball – die Regelwerke dieser Sportarten sind dick wie das Telefonbuch einer Millionenstadt. Für viele Sportarten ist eine teure Ausrüstung – auch schon für Anfänger – nötig. Zum Beispiel Skifahren: Skier, Skikleidung, Helm, Skipass. Da kommen schnell mehrere Hundert Euro zusammen. Beim Fußball ist auch das anders. Jeder kann ohne großen Aufwand Fußball spielen und zeigen, was ihn ihm steckt.

 

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3. FUSSBALL SCHAFFT IDENTIFIKATIONSPOTENTIALE

Identifikation schafft Identität. Aber womit soll man sich identifizieren? Parteien? Kann schwierig sein. Musiker? Okay, das mag funktionieren. Aber wenn du im Freundeskreis erzählst, dass du Justin Bieber ganz ganz toll findest, kann das böse enden. Arbeitgeber? Kann auch funktionieren. Aber wenn du für einen ungeliebten Mobilfunkanbieter oder in einer ungeliebten Branche arbeitest, wie zum Beispiel der Werbung oder der Finanzbranche und damit hausieren gehst, kann es sein, dass du nicht gerade Wohlwollen erntest.

Als Fußballfans müssen wir uns nicht outen. Eher ist es problematisch zu sagen: „Mit Fußball kann ich nichts anfangen.“ Fußballstars und Legenden sind in Fankreisen allerseits anerkannt. Bei Identifikationspersonen aus anderen Bereichen der Gesellschaft, Wirtschaft, Politik oder Kultur ist das eher schwierig. 

Klar können wir mit Fans einer anderen Mannschaft aneinandergeraten, aber die Faszination für den Fußball verbindet uns trotzdem. Wenn wir als Fußballfan ein Original-Autogramm von Pele besitzen, wissen das andere Fußballfans zu schätzen. Wenn wir als Rockmusik-Fan ein waschechtes Autogramm von Mick Jagger besitzen, heißt das noch lange nicht, dass andere Rock-Musikfans das auch toll finden. Der eine sagt: „Die Beatles sind die einzig wahre Rockband“. Der andere sagt: „Für mich is das nix. Ich höre nur Metal.“

Identifizieren wir uns mit einem Fußballverein, wissen wir, dass unser Lieblingsverein auch in 20 Jahren noch da sein wird. Eventuell aufgestiegen. Oder abgestiegen. Aber du wir waren dabei und haben mitgefeiert oder geweint. Das kann uns niemand nehmen.

 

4. FUSSBALL STEHT FÜR CHANCENGLEICHHEIT

Fußball kann jeder spielen. Ein Kind in den Favelas von Rio oder ein Sohn reicher Eltern aus Wien. Besondere körperliche Merkmale – außer vielleicht ein wenig Fitness – sind nicht von Nöten. Bei anderen Sportarten, wie zum Beispiel Basketball, sollte der Spieler möglichst groß sein. Beim Skispringen darf der Sportler keine Höhenangst haben. Fußball kann jeder spielen, der zwei funktionierende Beine und Füße hat. Beim Fußball ist es egal, ob man groß, klein, stark, schlank oder etwas runder ist. Beispiel: Uwe Seeler (*1936) galt in seiner Zeit als aktiver Fußballspieler

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(1953 – 1978) als einer der besten Mittelstürmer der Welt. Für den HSV hat er unfassbare 476 Tore geschossen. Die Figur eines typischen Athleten hatte er jedoch nie.

Er war klein – nur 168 cm groß – und stämmig. Aber dafür schnell und wendig. Deshalb auch sein Spitzname „Der Terrier“. So können körperliche Einschränkungen beim Fußball durch entsprechende Fähigkeiten wettgemacht werden. Lionel Messi (4 x Weltfußballer in Folge) ist lediglich 169 cm groß. Zlatan Ibrahimovic  – ebenfalls einer der besten Fußballspieler der Welt – ist 195 cm groß.

Um als Fußballer erfolgreich zu sein, brauchen wir also nicht den Körper eines Adonis. Den idealen Fußballerkörper – eine vorausgesetzte Physiognomie – gibt es nicht. Auch braucht es keine besondere Intelligenz oder einen Schulabschuss, um als Fußballer erfolgreich zu werden. Was zählt, ist einzig das Talent. Und so kann es jeder – mit der richtigen Förderung – zum Fußballstar schaffen.

Übrigens: Das Vorurteil, dass Fußballer nicht die hellsten sind, ist totaler Blödsinn. Wissenschaftliche Studien der Universität Tübingen belegen, dass die Anforderungen an das Hirn eines Fußballers während eines Spiels weitaus größer sind, als die bei einem professionellen Schachspieler bei einer schwierigen Schachpartie. Ein Schachspieler muss nur eindimensional denken. Fußballer während eines Spiels hingegen mehrdimensional. Der Fußballer braucht ein Gespür für seine Kraft, für den Ball, für die Dimension des Platzes, den Raum – er muss einen Überblick über seine Mannschaftskollegen und die Gegner behalten.  Und das alles muss miteinander koordiniert werden. Die kognitive Belastung des Hirns bei einem Profi-Fußballspiel gleicht in etwa der eines Weltklasse Pianisten bei einem Konzert. 

 

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5. BEIM FUSSBALL KANN JEDER VOM TELLERWÄSCHER ZUM MILLIONÄR WERDEN

Was beim Fußball zählt, ist das Talent. Nicht unsere Herkunft. Unsere Abstammung. Unsere Körpergröße. Der amerikanische Traum vom armen Tellerwäscher zum Millionär zu werden, ist hier immer noch möglich. Um im normalen Berufsleben voran zu kommen, brauchen wir eine gute Ausbildung, Beziehungen, ein gutes Benehmen usw. Beim Fußball nicht. David Beckham beispielsweise hat durch sein Talent als 16-Jähriger angefangen, professionell Fußball zu spielen.

Mittlerweile wird sein Vermögen auf mehr als 170 Millionen Dollar geschätzt.. Im Fußball lautet die Devise: Jeder kann es schaffen. Du brauchst: Talent, Disziplin und das kleine Quäntchen Glück. 

Zumindest die ersten beiden Punkte hat jeder selbst zu verantworten.

Doch nicht nur das. Um im normalen Leben Gehör zu finden, müssen wir entweder mit einer Bombe in einer Bank stehen, einen Doktortitel unser Eigen nennen, einen Bestseller geschrieben, oder sonst irgendetwas Einzigartiges vollbracht haben. Beim Fußball nicht.

 

 

Nicht umsonst gibt es so viele lustige Fußballer-Zitate. Dort darf jeder Spieler – egal, ob Star- oder einfacher Mannschaftsspieler – seinen Mund aufmachen und uns Zuschauern, Zuhörern und Fans seine Weisheiten um die Ohren knallen. Leider werden die Spieler oft nach den Spielen – wenn sie vollkommen ausgepowert und in Gedanken noch auf dem Platz sind – vor die Mikros der Journalisten und so vor ein Millionenpublikum gezerrt. So kommen bisweilen skurrile und sehr lustige Sager zusammen.

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Zum Beispiel:

„Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.“ (Fritz Walter Jun.)

„Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu.“ (Jürgen Wegmann)

„Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken.“ (Lothar Matthäus)

„Wir müssen gewinnen. Alles andere ist primär.“ (Hans Krankl)

„Das ist Wahnsinn! Da gibt's Spieler im Team, die laufen noch weniger als ich.“ (Toni Polster)

„Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.“ (Otto Rehagel)

„Das ist Schnee von morgen.“ (Jens Jeremies)

„Mit mir in absoluter Hochform hätte es ein 0:8 gegeben.“ (Franz Wohlfahrt, Torhüter, zur 0:9 Pleite Österreichs gegen Spanien)

Das sind die Gründe dafür, wieso uns Fußball so in seinen Bann zieht. Na, gleich wieder Lust bekommen? Wir haben hier ein paar legendäre Fußball-Videos für euch:

  1. Video #1
  2. Video #2
  3. Video #3
  4. Video #4
  5. Video #5

KRANKL CORDOBA 1978

TOR VON ZLATAN IBRAHMOVIC

DIE ZEHN BESTEN TORE

THREE LIONS

FASZINATION FUßBALL

WER SCHREIBT HIER

Florian. 37 Jahre. Online-Redakteur. Exil-Deutscher. Seit 2009 in Wien. Vater von einem 2,5 Jahre alten Sohn. Film & Musik Nerd. Instagrammer. Schreibt sonst für NIVEA MEN Männersache, NIVEA MEN Pflegecoach und für das NIVEA Magazin.