NICHT IMMER EIN VOLLTREFFER:


FUßBALLER TATTOOS

NICHT IMMER EIN VOLLTREFFER:


FUßBALLER TATTOOS

Beckham hat es, Ibrahimovic hat es, Messi hat es. Ein Talent für Fußball. Und einen Hang zu Tattoos. Doch damit sind sie nicht die Einzigen. Anscheinend gehört es mittlerweile zum guten Ton unter Fußballern, seinen Körper mit Farbe zu verschönern. Oder eben zu verschlimmern. Denn ganz ehrlich: Nicht jedes Tattoo ist auch ein Kunstwerk. Wir haben mit dem Wiener Tätowierer Horstl (möchte lieber anonym bleiben) über die Volltreffer und Eigentore der Fußballer Tattoos gesprochen. Viel Spaß:

NIVEA MEN: David Beckham hat bereits über 40 verschiedene Motive auf seiner Haut. Welches ist das Schlimmste?

David-Beckham-Arm-Tattoo-Victoria

Horstl: Ha, jetzt habe ich aber die Qual der Wahl. Da sind schon ein paar Schmankerln dabei. Gut finde ich ja das Peckerl, mit dem Namen seiner Frau Victoria in Hindi. Tiefgründig, spirituell, romantisch - man kann viele Meinungen dazu haben, aber eine Tatsache ist, dass da „Vihctoria“ und nicht „Victoria“ steht. Der hat jetzt einen Schreibfehler als Tattoo aber macht ja nix, geht eh wieder runter…

NIVEA MEN: Aber er trägt die Namen seiner Familie immer am Körper. Das ist doch lobenswert!

Horstl: Ja eh.

NIVEA MEN: Beckham ist ja nicht der Einzige prominente Fußballer mit Familien Tattoo. Wie findest du das so?

Horstl: Es kommt halt drauf an, wie’s gemacht ist. Messi hatte zum Beispiel zu Beginn seiner Tattookarriere die Hände seines Sohnes Thiago am Bein und den Schriftzug „Thiago“. Hat schon ein bisserl schlimm ausgeschaut. Als würden zwei abgehackte Babyhände in sein Wadl zwicken. Aber der Gedanke ist ja das was zählt, deshalb drück ich noch mal beide Augen zu. Außerdem hat er das Tattoo ja noch erweitert. Da sind jetzt noch ein Schwert, Engelsflügel, Rosen und die Nummer 10. Viel weniger kitschig jetzt.

Thiago-Alcantara-Tattoo-am-Bein

NIVEA MEN: Wie es scheint, bist du ja eher kritisch. Gibt es auch Fußballer Tattoos, die bei dir nicht die Rote Karte bekommen?

Horstl: Ja, Messi hat ja noch ein Tattoo am rechten Unterarm. Das ist schon ansehnlicher. Inspiriert von der Sagrada Família, der berühmten Kirche von Antoni Gaudí in Barcelona. Das zeigt seine starke Verbundenheit zu dieser Stadt.

NIVEA MEN: Sehr schön. Apropos tiefere Bedeutungen von Tattoos. Was sind deine fußballerischen Highlights?

Zlatan-Ibrahimovic-Tattoos

Horstl: Okay, ihr habt es so gewollt. Zlatan Ibrahimovic hat einen roten Drachen tätowiert. Der ist – Achtung jetzt wird’s richtig tiefgründig – eine Metapher für seine Persönlichkeit. In der japanischen Kultur steht der Drache für – Trommelwirbel – einen Krieger. Aber das war noch nicht alles. Er trägt auch einen chinesischen Karpfen auf der Schulter, der das Schwimmen gegen den Storm repräsentieren soll. Und den Songtitel „Only God Can Judge Me“ von Tupac Shakur. Damit wehrt er sich gegen seine schlechte Presse.

NIVEA MEN: Gibt es auch ein paar skurrile Werke, über die du gerne sprechen möchtest?

Horstl: Super find ich den Daniele de Rossi. Da weiß man gleich woran man bei dem ist. Der hat ein Warnschild auf der Wade. Es warnt vor einer Verteidigeraktion mit Knöchelbruch. Und das kommt nicht von irgendwo: Schon mehrere Gegner mussten seinetwegen vom Platz getragen werden. Aber er hat auch eine weiche Seite. Das gelbe Teletubby Lala lacht einem von seinem rechten Oberarm entgegen. Das ist doch süß.

Daniele-DeRossi-Tattoo-auf-der-Wade

NIVEA MEN: Na das klingt ja super. Was würdest du sagen, welche Motive sind denn bei Fußballern am beliebtesten?

Horstl: Es heißt ja immer, die Fußballspieler habens nicht so mit Worten. Bei Tattoos stimmt das wohl nicht. Da gibt’s die ganze Palette: Bibelzitate, Songtexte, weise Sprüche, Familienstammbaum, Namen von Familienmitgliedern und noch vieles mehr. Und auch religiöse Motive wie Jesus oder Engelsflügel verirren sich öfter mal auf Kickerkörper. Alles sehr tiefgründig auf jeden Fall.

NIVEA MEN: Lieber Horstl, danke für das aufschlussreiche Interview!

Horstl: Sehr gerne.

Bildquelle: gepa-pictures.com