VERLIEREN MUSS GEKONNT SEIN

VERLIEREN MUSS GEKONNT SEIN

GEWINNEN KANN JEDER

Der erste Schock der EM sitzt noch tief. Große Erwartungen und die darauffolgende Enttäuschung haben unser österreichisches Herz zum Bluten gebracht.

Doch jetzt heißt es aufstehen, abputzen, weitermachen. Schließlich ist noch nicht aller Tage Abend! Wir haben gemeinsam mit Marcel Koller ergründet, wie du aus einer Niederlage trotzdem etwas gewinnst, und zeigen dir ein paar Beispiele für richtig gute Verlierer der Sportgeschichte.

 

NIEMAND IST GERN DER VERLIERER

„Eine Niederlage muss wehtun, sonst setzt sie keine Erkenntnisse, keine Läuterung, keinen Lernprozess in Gang“ – Marcel Koller

Verlieren macht keinen Spaß. Aber es gehört nun einmal dazu. Wer nur in Selbstmitleid badet, sie verdrängt oder gar als unwichtig abtut, hat nicht das volle Potenzial einer Niederlage ausgeschöpft.

„Niederlagen sind immer fruchtbarer (als Erfolg), weil man mehr aus ihnen herauszieht. Weil die Nachbetrachtung viel intensiver ist, weil sie einen eher dazu nötigt über Defizitäres nachzudenken“ – Marcel Koller

Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg: Wir dürfen Niederlagen nie als Normalität hinnehmen. Wichtig ist es, die Fehler zu analysieren, aus ihnen zu lernen und sie letztendlich zu vermeiden. Nur so können wir über uns selbst hinauswachsen und das nächste Mal als Sieger hervorgehen.

„Gewinnt man, muss Zeit für gemeinsame Freude sein. Aber wenn man verliert, darf das niemals Normalität sein: dass man sich innerlich arrangiert (…). Der Anspruch muss es sein, so oft wie möglich gewinnen zu wollen“ – Marcel Koller

Niederlagen gehören also dazu. Verlierer, die beweisen, dass die wahre Stärke nicht im Sieg liegt, sondern im Umgang mit der Niederlage, haben schon den ersten richtigen Schritt Richtung Erfolg getan.

Und falls das alles nicht hilft und es bei der EM nicht so läuft wie erhofft können wir  wenigstens noch Sieger der Herzen werden. Hier haben wir drei Beispiele für wirklich stilechte Verlierer! 

MIT HUMOR VERLOREN: MONTY-PYTHON IN AUGSBURG?

Wir alle kennen sie: Die Hoffnungslosigkeit, die einsetzt, wenn unser Team meilenweit hinten liegt. In diesen Situationen, wenn sich Frustration, Wut und Trauer mischen, fällt es uns häufig nicht leicht, eine Niederlage einzugestehen.

Ähnlich muss es wohl auch den Union-Berlin-Fans ergangen sein, als die Freiburger sie Ende 2015 mit 3:0 wegfegten. Aber die gut 2.000 Anhänger der Eisernen nahmen es mit Humor: Anstatt sich von der Partie die Laune verderben zu lassen, intonierte die Gästekurve eine rhythmische Neuinterpretation des Klassikers „Always Look on the Bright Side of Life“.


Getreu dem Motto „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ haben die Berliner einen bleibenden Eindruck hinterlassen – und sind definitiv als gute Verlierer vom Platz gegangen.

GLÜCKLICHE ZWEITPLATZIERTE:„IF I COULDN’T WIN, I’M HAPPY SHE DID!”

Beim Damen-Finale der diesjährigen Australian Open bewies Serena Williams echten Sportsgeist. Für sie ging es dabei nicht nur um einen weiteren Erfolg in einem Grand-Slam-Turnier: Mit einem Sieg hätte sie in die Fußstapfen der legendären Steffi Graf treten und mit deren Rekord von 22. gewonnenen Finalen gleichziehen können!

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Doch so weit kam es nicht. Ihre Gegnerin Angelique Kerber konnte das Turnier nach drei spannenden Sätzen für sich entscheiden. Trotz dieser herben Niederlage war Williams bester Laune. Freudestrahlend stürmte sie die andere Platzhälfte, umarmte Kerber und gratulierte der 28. Jährigen zum ersten Sieg in einem Grand-Slam-Finale.


Lob für diese Sportlichkeit gab es auch aus der internationalen Sportszene: Tennisspieler Novak Djokovic und Fußballer Bastian Schweinsteiger twitterten in Achtung über die Geste.

Der Skandal-Trainer von Real Madrid: Ehre, wem Ehre gebührt

José Mourinho und guter Verlierer? Hört man den Namen des damaligen Real-Madrid Trainers, denkt man nicht unbedingt an fairen Fußball. Seine Karriere war geprägt von zahlreichen Skandalen und Strafen: Er pöbelte gegen seine Gegner, beschimpfte Schiedsrichter und fiel bis heute mehr als einmal wegen seiner provokanten Aussagen auf.

Und dennoch – trotz einer 3:1-Niederlage im Elfmeterschießen gegen die Bayern im Halbfinale der Champions League 2012 – zeigt sich Mourinho als fairer Verlierer. Statt sich in Selbstmitleid über das zweite Ausscheiden im Halbfinale in Folge zu baden, stattete der seinen Konkurrenten kurzer Hand einen Besuch in der Kabine ab – und gratulierte zum Einzug ins Finale. „Eine große Geste“, fand auch München-Coach Jupp Heynckes im Anschluss bei der Pressekonferenz.

Eine Niederlage sollte für dich immer auch die Chance und die Herausforderung sein, deine Selbstreflexion und Sportlichkeit unter Beweis zu stellen. Halt dich an unsere Beispiele und sei ein echter Sportsmann – im Sieg wie auch der Niederlage.